Vom 9. bis 15. November waren die für Migration zuständige Lehrerin Claudia Schrammel und ich auf einer Studienreise in Istanbul. Veranstalter der Reise war der IBB in Dortmund, spezialisiert auf kultursensible Arbeit mit ausländischen Partnern.
Unter dem Thema "Behindert hier und anderswo" war die 16-köpfige Reisegruppe zu Besuch in vielen verschiedenen Einrichtungen der Behindertenhilfe: Fördereinrichtungen für autistische Kinder, Schuleinrichtungen für geistig und körperlich behinderte Kinder und Jugendliche, Werkstattangebote, Elternprojekte sowie bei staatlichen Zentren der Behindertenhilfe im Großraum Istanbul.Toll waren die vielen Gespräche, die wir mit den Kindern und Jugendlichen, deren Eltern und mit vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Einrichtungen geführt haben.
Zusammenfassend kann man sagen: Seit 2005 hat sich die Gesetzeslage für behinderte Menschen in der Türkei geändert, die Regierung hat in einem 7-Jahresplan viele Veränderungen in der Gesundheits- und Bildungspolitik vor, in den Großregionen entstehen eine Menge unterschiedlichster Angebote für behinderte Kinder und ihre Familien. Problematisch sind die Früherkennung und die Frühförderung sowie die Möglichkeiten nach der 8-jährigen Schulpflicht. Dann gibt es nämlich für behinderte junge Menschen keine Werkstatt- oder anderen Arbeitsangebote. Die von uns besuchten Projekte wurden alle ehrenamtlich mit Elternkraft geführt!
Betont wurde von allen Gesprächspartnern, dass sich viel bewegt, dass es aber wichtig ist, in der Öffentlichkeit und in der Politik die Akzeptanz und die Rechte der behinderten Kinder und ihrer Familien deutlich zu machen.
In einer Schule haben wir das Motto sogar in den Gardinen eingewebt gefunden:

Bizde var! Wir sind auch da!
Frau Schrammel hat ihre vielen Fotos zu einer kleinen Präsentation zusammengestellt! Eingestellt werden auch die Reisenotizen, die zu den einzelnen Besuchstagen mehr Informationen bieten. Viel Spaß beim Lesen!