Schnuppersegeln auf der „Schnellen Welle“ für schwer behinderte Schüler
Schon vor Beginn der Schulzeit unseres Sohnes hörte ich von der Segel-AG, konnte mir aber nie so recht etwas darunter vorstellen. Was machen die da? Und wie geht das mit behinderten Kindern?? Vor allem: ist das ein Angebot, das an den schwer behinderten Kindern vorbei geht?
Nachdem wir auch in der Schulpflegschaftsversammlung über das Thema diskutiert hatten, bekamen wir in diesem Rahmen eine Einladung: Am Samstag, 19. Juni 2010 hatten wir die Gelegenheit, mit unseren schwer behinderten Kindern zum Segeln an den Harkortsee zu fahren – ein Schnupperangebot der Mitarbeitenden der Segel AG.
Vor ab gesagt: es war klasse!
Am See wurden wir von zwei Lehrern und einer Therapeutin empfangen, die Kinder bekamen Schwimmwesten angezogen. Zunächst waren sie Ihnen unbequem, dann aber schienen sie sich darin wohl zu fühlen.
Die „Schnelle Welle“ lag am Ende des Stegs, ein gelbes Boot mit weißen Segeln. Wir brachten die Kinder an Bord - mit Hilfe aller, die halfen und anpackten, war es kein Problem. Papa oder Mama setzten sich einfach ins Boot und nahmen ihr jeweiliges Kind auf den Schoß. Und dann ging die Fahrt los!
Unsere Kinder haben das Abenteuer sichtlich und hörbar genossen. Nach ein paar „schweigsamen“ Minuten legten sie los, lachten und jauchzten, erzählten zufrieden. Am schönsten fanden unsere Jungs es, wenn das Boot schneller wurde oder eine Wende machte.
Leider war das Wetter nicht so beständig, aber auch das hatten unsere Lehrer im Griff. Kurz vor dem nächsten Schauer wurde der Liegeplatz wieder angesteuert, und wir konnten uns in der kleinen Hütte unterstellen.
Ganz nebenbei erfuhren wir Eltern eine Menge über die Arbeit in der Segel-AG, die theoretischen und praktischen Inhalte, die die Schüler und Schülerinnen vermittelt bekommen, wenn sie dienstags einige Stunden am Harkortsee verbringen. Denn es geht hier nicht nur ums bloße Segeln, sie müssen kräftig mit anpacken, lernen Kommandos und deren Ausführung auf dem Boot, üben Knoten und einige Theorie und erfahren in der Heimatkunde etwas über den See und seine Umgebung. Dabei kommt der Spaß nicht zu kurz – auch „Seemannsgarn“ darf laut Herrn Kastner nicht fehlen!
Als sehr beeindruckend empfand ich das persönliche Engagement der Lehrer und Therapeuten – vor allem auch, dass sie uns diesen Samstag zur Verfügung gestellt haben! An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank!
Uns hat es überzeugt, dass die Segel-AG eine gute Sache ist – und das Geld des Fördervereins gut angelegt ist. Leider werden unsere schwer behinderten Kinder nicht in den Genuss kommen können, regelmäßig in Form der AG am Seglerleben teilzunehmen. Aber vielleicht kann das Angebot des „Schnuppersegelns“ noch mal wiederholt werden – ein Wunsch, den wir im Namen unserer Kinder uns erlauben zu äußern!